Tag-Archiv für 'gesetze'

Farbamoklauf

Ein Jugendlicher entwendet seinem Vater eine Schusswaffe und macht einen Amoklauf. Wie kann man nun den Eindruck erwecken, etwas dagegen getan zu haben, ohne, dass das Geld kostet, man sich Wählerstimmen versaut oder es sonst welche negativen Effekte hat? Richtig, man verbietet irgendetwas! Im Besten Fall sollte das nur einen geringen Teil der Bevölkerung betreffen und irgendetwas mit Schießen zu tun haben, ohne dabei Sportschützen, Soldaten oder andere Waffenfreunde vom Kreuzchenmachen abzuhalten. Und, was ein Glück, die Regierung hat auch etwas gefunden: Paintball muss verboten werden! Ob wirklich irgendjemand glaubt, dass das auch nur einen einzigen Amoklauf verhindern kann, weiß ich nicht. Aber die Argumente der Politiker sind ausgesprochen interessant:

„Dabei wird das Töten simuliert“, sagt Unionsfraktionsvize Wolfgang Bosbach. Echt? Der innenpolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Dieter Wiefelspütz, sieht das genauso und ergänzt „das ist sittenwidrig“. Soso. Vielleicht habe ich etwas verpasst, aber dieser Staat hat schon eine Bundeswehr, in der Leute schon während des Grundwehrdienstes lernen, mit echten Maschinenpistolen auf Menschen zu schießen, um dann später falls nötig in tatsächlichen Einsätzen genau dieses zu tun, oder? Aber das ist ja was anderes, nicht?

Natürlich ist mir klar, warum ein Staat eine Armee braucht. Mir ist auch klar, dass sehr viele durch Schützenvereine auch zur Bundeswehr gekommen sind und deshalb ein strengeres Waffenrecht nicht im Interesse des Staates liegt. Aber was ich nicht verstehe: Wozu immer diese Scheindebatten? Dieser blinde Aktionismus? Glauben die wirklich, damit etwas zu ändern oder ist das reiner Stimmenfang? Falls letzteres scheint dieser nicht unbedingt zu funktionieren, zumindest bei der (nicht repräsentativen) Umfrage auf Tagesschau.de sprechen sich 87 % gegen ein Verbot aus.

Angst vorm Staat

Über die neuen Gesetze bezüglich jugendpornografischer Schriften wurde ja schon in diversen Blogs berichtet. Ein namenloser Kommentator des Beitrags im Blog von Rechtsanwalt Peter Ratzka drückte seine Gefühle zu diesem Thema folgendermaßen aus:

Ich bin ein ganz normaler Bürger. Ich bin kein radikaler Linker, kein Terroranhänger, ich verabscheue Kinderpornographie und mag Tiere. Ich benutze nicht einmal Online-Tauschbörsen, ich zahle meine Steuern und ich bleibe bei Rot an der Ampel stehen. Drogen nehme ich übrigens auch keine.

Und dennoch…

Ich habe Angst vor unserem Staat.

(Quelle)

„Prima“ möchte man fast sagen. Vielleicht ist es ja etwas naiv, aber je weniger sich die Bürger mit ihrem Staat identifizieren, desto einfacher müsste es doch sein, sie zu radikalisieren. Also weiter so, liebe Bundesregierung, die Bevölkerung soll Herrschaft mal wieder richtig spüren, vielleicht hat sie von ihr dann endlich genug.

2. Buch Mose

Auch wenn Feedback bisher ausgeblieben ist werde ich mal weiter die wunderschönen Seiten der Bibel beleuchten, vielleicht liest es ja doch mal einer. Das erste Buch Mose hat ja schon ein paar schöner Ideologien aufgezeigt, aber ab dem zweiten geht es erst richtig los. Gott verkündet Moses seine Gesetze und die haben es in sich.

Aber vorher führt er erstmal Moses und das Volk Israel aus Ägypten hinaus. Und hier zeigt sich Gott von seiner besten Seite. Denn die Tötung von etlichen Ägyptern vollzieht er nur, um seine Macht zu beweisen. Es wird an mehreren Stellen klar ausgesagt, dass die Ägypter nicht etwa von Satan verführt wurden, Moses nicht ziehen zu lassen, sondern dass Gott selber dies veranlasst hat.

Ich aber werde die Ägypter so starrsinnig machen, dass sie hinter ihnen her jagen. Dann werde ich am Pharao und seiner ganzen Heeresmacht, an seinen Streitwagen und Reitern meine Macht beweisen. (2. Mose 14: 17)

Sympatisch, wirklich, da möchte man ja sofort Christ werden. Und nicht nur tötet er den Pharao und sein Gefolge, die ohne sein Wirken gar nicht das getan hätten weshalb er sie bestrafte, als 10. Plage tötete er auch noch alle Erstgeborenen, also unschuldige Kinder. Warum das hier in Ordnung ist, im Matthäus-Evangelium das ähnliche Handeln von Herodes (er lässt alle Kinder die jünger als 3 sind töten aus der Hoffnung dass Jesus dabei sein wird) aber als so grausam dargestellt wird, ist mir auch nicht ganz klar.

Nachdem Jahwe nun also den Ägyptern gezeigt hat welcher Gott hier die Hosen an, ist es an der Zeit den Israeliten das Gesetz zu verkünden. Die Zehn Gebote kennt wohl jeder also wollen wir diese hier überspringen, aber Gott hat noch vieles mehr zu sagen.

Sklaverei ist erlaubt und es werden klare Regeln im Umgang mit Sklaven aufgestellt. Im Allgemeinen werden diese in den Gesetzen eher wie Gegenstände oder Vieh behandelt, so wird die Tötung eines Sklaven beispielsweise als viel geringeres Unrecht angesehen als die Tötung eines Nicht-Sklaven.

Für die meisten Übertretungen von Gottes Gesetzen gilt die Todesstrafe. Dies ist der Fall für: Mord, Schlagen von Vater oder Mutter, Entführung von Menschen, Verfluchung der Eltern, Zauberei, Sex mit Tieren, Opfer für fremde Götter, Missbrauch oder illegale Herstellung von Weihrauch und Myrre und das Arbeiten am Sabbat.

Die Eltern werden im Allgemeinen als unfehlbar gesehen. „Du sollst Vater und Mutter ehren“ und wenn man sie schlägt oder verflucht soll man getötet werden. Ausnahmen gibt es keine, egal also was einem die eigenen Eltern antun sollten, sie gelten als unantastbar.

Fürsten und Herrscher sollen nicht verflucht werden. Das Verbot, sich gewaltsam gegen Unterdrückung zu wehren begegnet einem noch öfter in der Bibel, auch im neuen Testament wo Jesus den Unterdrückten sagt, sie sollen frohen Mutes sein, denn im Jenseits wird alles besser. Herrschaft und Religion passen wie Arsch auf Eimer.

Körperverletzung soll dem Täter mit gleichen Mitteln heimgezahlt werden. Schlägt er jemanden ein Auge aus soll auch ihm eine Auge ausgeschlagen werden etc. („Auge für Auge, Zahn für Zahn…“).

Ob die heutigen bibeltreuen Christen auch diese ganzen Gesetze unterschreiben würden, würde mich wirklich interessieren. Was für die Israelis damals richtig war kann für uns doch kaum falsch sein? Und das war bei leibe nicht alles, im dritten Buch Mose werden uns noch weitere Regelungen begegnen, vor allem im Bereich der Sexualität. Bis dann…