And now for something completely different... http://different.blogsport.de ...a blog. Fri, 04 Sep 2009 01:40:15 +0000 http://wordpress.org/?v=1.5.1.2 en Bomben gegen Armut? http://different.blogsport.de/2009/09/04/german-foreign-policy-uebertreibt/ http://different.blogsport.de/2009/09/04/german-foreign-policy-uebertreibt/#comments Fri, 04 Sep 2009 00:37:16 +0000 Administrator AllgemeinArmutAußenpolitikDenkfabrikEUEU Institute for Security StudiesEUISSEuropaGerman Foreign PolicyImperialismusMilitarismus http://different.blogsport.de/2009/09/04/german-foreign-policy-uebertreibt/ Die Internetseite German Foreign Policy analyisiert Neuigkeiten zur deutschen und europäischen Außenpolitik. Heute gibt es dort folgendes zu lesen:

Wie das „Institute for Security Studies“ der EU (EUISS) in einer aktuellen Studie schreibt, würden die Kriege der Zukunft nicht mehr zwischen Staaten geführt, sondern zwischen „ungleichen sozioökonomischen Klassen der Weltgesellschaft“ („unequal global socioeconomic classes of society“). Auf der einen Seite dieser „hierarchischen Klassengesellschaft“ („hierarchical class society“) stehe dabei eine metropolitane „Elite“, die sich aus transnational operierenden Konzernen, den Staaten der OECD und den aufstrebenden Wirtschaftsmächten Indien, China und Brasilien zusammensetze. Diese werde von Seiten der weltweiten Armutsbevölkerung mit „zunehmend explosiven Spannungen“ („increasingly explosive tensions“) konfrontiert, heißt es. Um einen Zusammenbruch des globalen Wirtschaftssystems („global systemic collapse“) zu vermeiden, fordert das Institut, gegen die „untere Milliarde“ der Menschheit („bottom billion“) das „gesamte Spektrum hoch intensiver Kampfmaßnahmen“ („full spectrum of high intensity combat“) in Anschlag zu bringen. (Quelle)

Europa soll eine Milliarde Menschen auslöschen, damit sie nicht mehr gefährlich werden können? Den Hunger einfach wegbomben? Sind die völlig durchgeknallt bei der EUISS? Ich kann vorwegnehmen: Nein, sind sie nicht. Zitiert wird in diesem Abschnitt der Aufsatz „The globalising security environment and the EU“ von Tomas Ries, veröffentlicht in dem Papier What ambitions for European defence in 2020?. Mit seinen tatsächlichen Aussagen hat diese Zusammenfassung aber nur wenig zu tun.1

Was stimmt ist, dass der Autor im starken sozialen Gefälle auf der Welt eine Gefahr (von mehreren) für Europa sieht. Was er im Fall des ärmsten Teiles der Weltbevölkerung jedoch verlangt ist, zu versuchen, die Wurzeln dieses Problemes durch „Nation Building“ zu bekämpfen.2 Da er es nicht für realistisch hält, dass dies bis 2020 erfolgreich geschehen wird, hält er eine stärkere Befestigung der südlichen Grenzen Europas für notwendig.3 Das war dann auch schon etwa alles, was er zu dem Thema schreibt. Aber was ist mit den intensiven militärischen Maßnahmen, damit die Afrikaner uns nicht das Wirtschaftssystem zerstören? Eine Erfindung von German Foreign Policy, die Zitate sind völlig aus dem Zusammenhang gerissen:

Der globale Zusammenbruch des Wirtschaftssystems wird als Worst-Case-Szenario in Folge der aktuellen Wirtschaftskrise und der anwachsenden ökologischen Problemen genannt4, nicht als Gefahr die von den „Premodern Societies“ 5 ausgeht. Das „gesamte Spektrum hoch intensiver Kampfmaßnahmen“ wird ganz am Anfang des Artikels erwähnt. Die EU soll nach Meinung des Autors bis 2020 in der Lage sein, diese einzusetzen. Und zwar als Mittel gezielter Terrorismusbekämpfung.6

Das klingt ja dann doch ein wenig anders als der globale militärische Klassenkampf, den sich GFP da herbeifantasiert. Warum der Autor es für nötig hält, die außenpolitischen Vorstellungen dieses Think Tanks so maßlos zu übertreiben, statt sie einfach darzustellen wie sie sind, weiß ich nicht. Eine ernstzunehmende Quelle für Informationen zu deutscher Außenpolitik ist German Foreign Policy für mich jedenfalls nicht mehr.

  1. Leider ist das Dokument gegen das Herauskopieren von Abschnitten geschützt, weshalb ich nicht zitieren sondern nur Seitenangaben nenne werde [zurück]
  2. S. 62 + 63 [zurück]
  3. S. 67 [zurück]
  4. „S. 61 [zurück]
  5. PMS, so wird die ärmste Milliarde der Weltbevölkerung im Artikel genannt [zurück]
  6. S. 56 [zurück]
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Wer hat Angst vorm schwarzen Mann? http://different.blogsport.de/2009/08/12/wer-hat-angst-vorm-schwarzen-mann/ http://different.blogsport.de/2009/08/12/wer-hat-angst-vorm-schwarzen-mann/#comments Wed, 12 Aug 2009 17:08:39 +0000 Administrator AllgemeinBarack ObamaGesundheitRassismusSüddeutscheUSAVereinigte Staaten http://different.blogsport.de/2009/08/12/wer-hat-angst-vorm-schwarzen-mann/ Bei einer Rede in New Hampshire reagiert US-Präsident Obama auf die seiner Ansicht nach überzogene Kritik am neuen Gesundheitsprogramm:

„Because the way politics works sometimes is that people who want to keep things the way they are will try to scare the heck out of folks and they‘ll create boogeymen out there that just aren‘t real.“ (Quelle)

Die Süddeutsche macht daraus:

„Extreme Kritiker versuchten, „einen schwarzen Mann zu konstruieren, den es in Wahrheit nicht gibt“, sagte er und rief zu einer sachlichen Debatte auf.“ (Quelle)

Sprachlich einwandfrei übersetzt, aber um Missverständnisse auszuschließen hätte man sich vielleicht doch für den „Butzemann“ entscheiden sollen…

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Sexismus-Ticker http://different.blogsport.de/2009/08/10/sexismus-ticker/ http://different.blogsport.de/2009/08/10/sexismus-ticker/#comments Mon, 10 Aug 2009 16:24:29 +0000 Administrator AllgemeinFacebookFrauenSexismusSocial NetworksSpiegel http://different.blogsport.de/2009/08/10/sexismus-ticker/ Richard Meusers berichtet im Netzwelt-Ticker auf Spiegel Online über eine Studie zum Thema Eifersucht im Internet:

Und dann war da noch die bahnbrechende Studie zum Verhalten moderner Netzbewohner. Die erstaunliche Erkenntnis: Surfen macht eifersüchtig. Vor allem den Partner und vor allem dann, wenn der geliebte Lebensgefährte sich allzu lang auf sozialen Netzwerken wie Facebook tummelt.

Zum Abschluss des Artikels muss dann natürlich noch ein sexistisches Klischee aus dem Hut gezaubert werden:

Welch eine Neuigkeit. *Jede* PC-Nutzung macht Frauen eifersüchtig. Denn das ist Zeit, die der Mann mit einem Spielzeug verbringt statt mit seiner Frau.

Computer als Männer-Spielzeug und ihre eifersüchtigen Frauen, solche Platidüden haben Spiegel-Leser gerne. Tatsächlich gelesen hat Herr Meusers die Studie offensichtlich nicht:

Women […] in our sample spent significantly more time on Facebook than men

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Artikeldrei: Sexuelle Identität http://different.blogsport.de/2009/07/14/artikeldrei-sexuelle-identitaet/ http://different.blogsport.de/2009/07/14/artikeldrei-sexuelle-identitaet/#comments Tue, 14 Jul 2009 21:33:38 +0000 Administrator Allgemeinartikel3GenderGrundgesetzHomosexualitätIntersexualitätLSVDSexismusSexualitätStaatTransgenderTranssexualität http://different.blogsport.de/2009/07/14/artikeldrei-sexuelle-identitaet/ Der LSVD fordert mit seiner Aktion artikeldrei oder auch „3+“, den dritten Artikel des Grundgesetzes folgendermaßen zu ergänzen:

Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seiner sexuellen Identität, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.

Dieser Begriff, sexuelle Identität, soll laut LSVD „Lesben, Schwule, Transgender und intersexuelle Menschen“ umfassen. Das finde ich eine recht unglückliche Wahl, denn damit werden zwei zwar angrenzende aber letztendlich doch sehr unterschiedliche Themenkomplexe vermengt.

1) Gender. Um die Problematik der Diskriminierung auf Grund der gewählten Geschlechtsrolle (vor allem wenn diese eben vom biologischen Geschlecht abweicht) zu beschreiben, halte ich „sexuelle Identität“ für problematisch, da sie mit Sexualität ja eigentlich nix zu tun hat. Als Transgender könnte ich am liebsten Sex mit Männern, Frauen, Transsexuellen oder überhaupt niemandem haben wollen, das ist ja nicht der Punkt, sondern die gewählte Geschlechtsidentität.

2) Sexualität. Hier finde ich die andere Hälfte des Wortes problematisch, nämlich das Wort „Identität“. Sex mit Menschen meines Geschlechts, mit Transsexuellen oder überhaupt keinen zu haben ist ja keine Frage der Identität. Zwar wählen viele Menschen den Weg, sich die Identität „schwul“ oder „bi“ zuzulegen, aber das erstrebenswerte Ziel wäre ja eigentlich ein Aufbrechen dieses Schubladendenkens, das uns von der Psychologie der letzten Jahrhunderte aufgeschwatzt wurde und das Hinarbeiten auf einen Zustand, an dem ich einfach mit einem Menschen Sex haben kann, ohne dadurch irgendeine Identität annehmen oder hinterfragen zu müssen.

Meinungen dazu würden mich sehr interessieren. Ich habe auch eine Email an den LSVD dazu geschrieben.

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Mehr Bildung über Bildung! http://different.blogsport.de/2009/06/25/mehr-bildung-ueber-bildung/ http://different.blogsport.de/2009/06/25/mehr-bildung-ueber-bildung/#comments Thu, 25 Jun 2009 16:29:11 +0000 Administrator AllgemeinBachelorBildungBildungsstreikMasterPetitionSchuleStaatStudium http://different.blogsport.de/2009/06/25/mehr-bildung-ueber-bildung/ Viele junge Menschen haben anscheinend nicht verstanden, dass das Bildungssystem eines kapitalistischen Staates mit nichten nur dafür da ist, den Schülern und Studenten interessante Dinge zu erzählen. Folgende E-Petition ist auf der Internetseite des Bundestages zu finden:

Der Deutsche Bundestag möge beschließen, dass jeder Bachelorabsolvent einen Masterstudienplatz erhält, unabhängig von Note, Herkunft und sozialem Stand.

Mit der jetzigen Regel, bei der es so organisiert ist, dass nicht alle einen Masterplatz erhalten, steigt der Konkurrenzkampf unter den Studenten. Es geht nur noch darum gute Noten zu erzielen, um einen Masterstudienplatz zu erhalten. Die Möglichkeit Interessen auch innerhalb des Studiums zu vertiefen bleibt aus. Der Bachelor ist meist nicht berufsqualifizierend, sodass die übrig gebliebenen Studenten kaum etwas mit dem Abschluss erreichen können. Zunehmend wird die Qualität sinken durch das angestrebte Ziel, dass die Studenten möglichst schnell das Studium beendet haben müssen. Dies alles ist nicht tragbar, wenn ein Studium interessant sein soll und auf den Beruf vorbereiten soll!

Was glaubt denn die Frau Hittmeyer, wofür des denn überhaupt so etwas wie Noten gibt und diese das gesamte Schulsystem durchziehen? Es ist doch gerade eine der Aufgaben der Schulen, die Schüler für den Arbeitsmarkt vorzusortieren. Und auf den Universitäten ist das selbstverständlich nicht anders, ein NC für Masterstudiengänge ist da also eine vollkommen logische Konsequenz und wurde unter anderem dafür eingeführt. In der Petition klingt das so, als wäre das ein Fehler an dem System, an den die Politiker versehentlich gar nicht gedacht haben! Der Bachelor ist nur sehr eingeschränkt berufsqualifizierend? Das ist der Hauptschulabschluss auch. Wer nicht aus gutem Hause kommt, strebsam und intelligent ist und selbstverständlich auch social skills besitzt, ist auf dem Arbeitsmarkt, vor allem in höheren Positionen, einfach nicht erwünscht. Sortiert wird da sowieso irgendwann, und wenn erst beim Bewerbungsgespräch. Dass diese Sortierung nun durch das Bachelor-Master-System vorverlagert wurde, verwundert also eigentlich kaum. Insgesamt also eine sehr naive Petition.

Normalzustand Rot hat anlässlich des Bildungsstreiks einen sehr empfehlenswerten Text über das Bildungssystem geschrieben.

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Farbamoklauf http://different.blogsport.de/2009/05/07/farbamoklauf/ http://different.blogsport.de/2009/05/07/farbamoklauf/#comments Thu, 07 May 2009 15:53:48 +0000 Administrator AllgemeinAmoklaufdiskussionGesetzeideologieKapitalismusKritikMordpolitikPopulismusSPDStaat http://different.blogsport.de/2009/05/07/farbamoklauf/ Ein Jugendlicher entwendet seinem Vater eine Schusswaffe und macht einen Amoklauf. Wie kann man nun den Eindruck erwecken, etwas dagegen getan zu haben, ohne, dass das Geld kostet, man sich Wählerstimmen versaut oder es sonst welche negativen Effekte hat? Richtig, man verbietet irgendetwas! Im Besten Fall sollte das nur einen geringen Teil der Bevölkerung betreffen und irgendetwas mit Schießen zu tun haben, ohne dabei Sportschützen, Soldaten oder andere Waffenfreunde vom Kreuzchenmachen abzuhalten. Und, was ein Glück, die Regierung hat auch etwas gefunden: Paintball muss verboten werden! Ob wirklich irgendjemand glaubt, dass das auch nur einen einzigen Amoklauf verhindern kann, weiß ich nicht. Aber die Argumente der Politiker sind ausgesprochen interessant:

„Dabei wird das Töten simuliert“, sagt Unionsfraktionsvize Wolfgang Bosbach. Echt? Der innenpolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Dieter Wiefelspütz, sieht das genauso und ergänzt „das ist sittenwidrig“. Soso. Vielleicht habe ich etwas verpasst, aber dieser Staat hat schon eine Bundeswehr, in der Leute schon während des Grundwehrdienstes lernen, mit echten Maschinenpistolen auf Menschen zu schießen, um dann später falls nötig in tatsächlichen Einsätzen genau dieses zu tun, oder? Aber das ist ja was anderes, nicht?

Natürlich ist mir klar, warum ein Staat eine Armee braucht. Mir ist auch klar, dass sehr viele durch Schützenvereine auch zur Bundeswehr gekommen sind und deshalb ein strengeres Waffenrecht nicht im Interesse des Staates liegt. Aber was ich nicht verstehe: Wozu immer diese Scheindebatten? Dieser blinde Aktionismus? Glauben die wirklich, damit etwas zu ändern oder ist das reiner Stimmenfang? Falls letzteres scheint dieser nicht unbedingt zu funktionieren, zumindest bei der (nicht repräsentativen) Umfrage auf Tagesschau.de sprechen sich 87 % gegen ein Verbot aus.

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Politische Systeme im Kinderfernsehen – Heute: Captain Planet http://different.blogsport.de/2009/05/05/politische-systeme-im-kinderfernsehen-heute-captain-planet/ http://different.blogsport.de/2009/05/05/politische-systeme-im-kinderfernsehen-heute-captain-planet/#comments Tue, 05 May 2009 18:21:30 +0000 Administrator AllgemeinÖkologiebeeinflussungCaptain PlaneterziehungFernsehenideologieKapitalismusPädagogikpolitik http://different.blogsport.de/2009/05/05/politische-systeme-im-kinderfernsehen-heute-captain-planet/ Um auch mal wieder was zu schreiben möchte ich heute einen kurzen Blick auf die politische Message hinter der Trickfilmserie Captain Planet werfen. Diese ist trotz vieler Elemente von Mystik, Sci-Fi und Fantasy in einer Version unserer Realität angesiedelt, beinhaltet also kein alternatives Gesellschaftsmodell und passt deshalb nicht so ganz in das Thema meiner kleinen Serie. Doch gibt es eher wenige Sendungen für Kinder, die so vordergründig ein gesellschaftliches Thema behandeln, wie jene den Umweltschutz, weshalb ich sie gerne hier ein wenig genauer untersuchen möchte.
Gaia, Mutter der Erde, stattet 5 Jugendliche von verschiedenen Kontinenten mit magischen Ringen aus, mit denen diese Naturgewalten heraufbeschwören und gemeinsam den Superhelden Captain Planet herbeirufen können. Mit diesen Kräften kämpfen sie gegen eine Reihe von umweltschädigenden Bösewichten.
An dieser Stelle hätte man die Möglichkeit gehabt, die wahren Ursachen der Umweltzerstörung anzudeuten. Unternehmen sind durch die gegenseitige Konkurrenz dazu genötigt, ihre Produkte so günstig wie möglich herzustellen bzw. die Rohstoffe, die sie verkaufen, so günstig wie möglich zu fördern. Das hat an sich nichts mit der Bösartigkeit der Unternehmer zu tun und auch nichts mit Habgier, denn die größten Teile des Gewinnes behalten diese ja nicht für sich, sondern investieren ihn wieder in das Unternehmen, damit dieses konkurrenzfähig bleibt. Staaten können zwar durch Gesetze die Zerstörung der Umwelt begrenzen, doch da diese von den Steuereinnahmen von den Unternehmen abhängig sind, findet dies auch nur im begrenzten Maße statt.
Die Darstellung in Captain Planet ist jedoch von solch einer Differenziertheit weit entfernt. Die Antagonisten handeln ausschließlich aus niederen Motiven, bei einigen ist dies Habgier („every fish in this net is money in my pocket!“), bei anderen die pure Lust an der Zerstörung der Umwelt. Eine solche Personalisierung der Kritik ist in der demokratischen Linken sehr häufig zu finden, wie ein Blick auf die Heuschreckendebatte vor ein paar Jahren deutlich zeigt. Und leider ist auch diese Serie anscheinend ein Kind dieses Denkens.
Captain Planet wird also möglicherweise das eine oder andere Individuum dazu bewegen, sich im Umweltschutz zu engagieren, zum Nachdenken über die Ursachen der Umweltverschmutzung und Hinterfragen der Logik des Marktes werden die Zuschauer jedoch leider nicht angeregt.

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Angst vorm Staat http://different.blogsport.de/2008/11/25/angst-vorm-staat/ http://different.blogsport.de/2008/11/25/angst-vorm-staat/#comments Tue, 25 Nov 2008 21:23:25 +0000 Administrator AllgemeinGesetzeSexualitätStaat http://different.blogsport.de/2008/11/25/angst-vorm-staat/ Über die neuen Gesetze bezüglich jugendpornografischer Schriften wurde ja schon in diversen Blogs berichtet. Ein namenloser Kommentator des Beitrags im Blog von Rechtsanwalt Peter Ratzka drückte seine Gefühle zu diesem Thema folgendermaßen aus:

Ich bin ein ganz normaler Bürger. Ich bin kein radikaler Linker, kein Terroranhänger, ich verabscheue Kinderpornographie und mag Tiere. Ich benutze nicht einmal Online-Tauschbörsen, ich zahle meine Steuern und ich bleibe bei Rot an der Ampel stehen. Drogen nehme ich übrigens auch keine.

Und dennoch…

Ich habe Angst vor unserem Staat.

(Quelle)

„Prima“ möchte man fast sagen. Vielleicht ist es ja etwas naiv, aber je weniger sich die Bürger mit ihrem Staat identifizieren, desto einfacher müsste es doch sein, sie zu radikalisieren. Also weiter so, liebe Bundesregierung, die Bevölkerung soll Herrschaft mal wieder richtig spüren, vielleicht hat sie von ihr dann endlich genug.

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2. Buch Mose http://different.blogsport.de/2008/06/18/2-buch-mose/ http://different.blogsport.de/2008/06/18/2-buch-mose/#comments Wed, 18 Jun 2008 17:20:39 +0000 Administrator Allgemeinספר שמותAltes TestamentATBibelChristentumExodusGeboteGesetzeJudentumKritikPentateuchReligionSchemotSefer SchemotTora http://different.blogsport.de/2008/06/18/2-buch-mose/ Auch wenn Feedback bisher ausgeblieben ist werde ich mal weiter die wunderschönen Seiten der Bibel beleuchten, vielleicht liest es ja doch mal einer. Das erste Buch Mose hat ja schon ein paar schöner Ideologien aufgezeigt, aber ab dem zweiten geht es erst richtig los. Gott verkündet Moses seine Gesetze und die haben es in sich.

Aber vorher führt er erstmal Moses und das Volk Israel aus Ägypten hinaus. Und hier zeigt sich Gott von seiner besten Seite. Denn die Tötung von etlichen Ägyptern vollzieht er nur, um seine Macht zu beweisen. Es wird an mehreren Stellen klar ausgesagt, dass die Ägypter nicht etwa von Satan verführt wurden, Moses nicht ziehen zu lassen, sondern dass Gott selber dies veranlasst hat.

Ich aber werde die Ägypter so starrsinnig machen, dass sie hinter ihnen her jagen. Dann werde ich am Pharao und seiner ganzen Heeresmacht, an seinen Streitwagen und Reitern meine Macht beweisen. (2. Mose 14: 17)

Sympatisch, wirklich, da möchte man ja sofort Christ werden. Und nicht nur tötet er den Pharao und sein Gefolge, die ohne sein Wirken gar nicht das getan hätten weshalb er sie bestrafte, als 10. Plage tötete er auch noch alle Erstgeborenen, also unschuldige Kinder. Warum das hier in Ordnung ist, im Matthäus-Evangelium das ähnliche Handeln von Herodes (er lässt alle Kinder die jünger als 3 sind töten aus der Hoffnung dass Jesus dabei sein wird) aber als so grausam dargestellt wird, ist mir auch nicht ganz klar.

Nachdem Jahwe nun also den Ägyptern gezeigt hat welcher Gott hier die Hosen an, ist es an der Zeit den Israeliten das Gesetz zu verkünden. Die Zehn Gebote kennt wohl jeder also wollen wir diese hier überspringen, aber Gott hat noch vieles mehr zu sagen.

Sklaverei ist erlaubt und es werden klare Regeln im Umgang mit Sklaven aufgestellt. Im Allgemeinen werden diese in den Gesetzen eher wie Gegenstände oder Vieh behandelt, so wird die Tötung eines Sklaven beispielsweise als viel geringeres Unrecht angesehen als die Tötung eines Nicht-Sklaven.

Für die meisten Übertretungen von Gottes Gesetzen gilt die Todesstrafe. Dies ist der Fall für: Mord, Schlagen von Vater oder Mutter, Entführung von Menschen, Verfluchung der Eltern, Zauberei, Sex mit Tieren, Opfer für fremde Götter, Missbrauch oder illegale Herstellung von Weihrauch und Myrre und das Arbeiten am Sabbat.

Die Eltern werden im Allgemeinen als unfehlbar gesehen. „Du sollst Vater und Mutter ehren“ und wenn man sie schlägt oder verflucht soll man getötet werden. Ausnahmen gibt es keine, egal also was einem die eigenen Eltern antun sollten, sie gelten als unantastbar.

Fürsten und Herrscher sollen nicht verflucht werden. Das Verbot, sich gewaltsam gegen Unterdrückung zu wehren begegnet einem noch öfter in der Bibel, auch im neuen Testament wo Jesus den Unterdrückten sagt, sie sollen frohen Mutes sein, denn im Jenseits wird alles besser. Herrschaft und Religion passen wie Arsch auf Eimer.

Körperverletzung soll dem Täter mit gleichen Mitteln heimgezahlt werden. Schlägt er jemanden ein Auge aus soll auch ihm eine Auge ausgeschlagen werden etc. („Auge für Auge, Zahn für Zahn…“).

Ob die heutigen bibeltreuen Christen auch diese ganzen Gesetze unterschreiben würden, würde mich wirklich interessieren. Was für die Israelis damals richtig war kann für uns doch kaum falsch sein? Und das war bei leibe nicht alles, im dritten Buch Mose werden uns noch weitere Regelungen begegnen, vor allem im Bereich der Sexualität. Bis dann…

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1. Buch Mose (Teil 2) http://different.blogsport.de/2008/06/04/1-buch-mose-teil-2/ http://different.blogsport.de/2008/06/04/1-buch-mose-teil-2/#comments Wed, 04 Jun 2008 17:36:31 +0000 Administrator AllgemeinAltes TestamentATBibelChristenChristentumDas Alte TestamentFrauenGenesisHomosexualitätIsraelJudentumMordMosesPentateuchSexismusSodomieTodesstrafeUSA http://different.blogsport.de/2008/06/04/1-buch-mose-teil-2/ Nachdem wir im vorherigen Beitrag schon in der Schöpfungsgeschichte die ersten sexistischen Tendenzen erkennen konnten, wollen wir nun weitere interessante Aussagen des ersten Buch Mose betrachten:

Kain erschlägt Abel. Während später Gott für Mord die Todesstrafe ausspricht ist er hier noch gütig, Kain soll als Nomade umherziehen. Kain hat jedoch Angst. Denn „jeder, der mich sieht, kann mich ungestraft töten.(Ge 4:14). Wer sollte das denn tun? Es gab doch nur Adam, Eva und eben Kain? Genauso wenig wird klar, wen Kain später heiratet. Hatten Adam und Eva Töchter die nicht erwähnt werden? Sehr rätselhaft. Zumindest ist Gott so gütig, ihm das Kainsmal zu geben, so dass er von niemanden getötet wird.

Die Menschen sind aber schlecht und böse, sie sündigen alle und Gott bereut seine Schöpfung und will alle umbringen. Nur Noah und seine Familie überleben die große Flut, weil sie fromm sind. Dass der Mensch im Allgemeinen von Grund auf böse ist, soll noch öfter in der Bibel vorkommen und ist auch heute noch eine beliebte Rechtfertigung von Staaten und Kapitalismus (siehe Hobbes).

Gott macht einen Bund mit Noah und nennt seine ersten Gesetze. Hervorstechen tut hierbei die Formulierung „Wer das Blut von Menschen vergießt — durch Menschen werde vergossen sein Blut! / Denn der Mensch ist zum Abbild Gottes gemacht(Ge 9:6). Hier taucht erstmals die Todesstrafe auf, die im 2. Buch Mose noch ausgeweitet wird. Es ist also kaum verwunderlich dass in einem religiösen Staat wie den USA die Todesstrafe auch heute noch ausgeübt wird.

Es folgt eine Ahnentafel und, wie in allen anderen Ahnentafeln der Bibel auch, werden nur Männer genannt. Hält Gott Frauen für unwichtig? Ich halte es ja für wahrscheinlicher, dass die Autoren des Buches Frauen für unwichtig hielten, was zur Zeit der Entstehung wohl zumindest bei den Hebräern eine unumstrittene Angelegenheit war. Da aber der bibeltreue Christ glaubt, dass die Bibel von Gott für die Menschen gemacht wurde, muss man sich über das Frauenbild vieler Christen wohl kaum wundern.

Kommen wir zu nackten Tatsachen. Noah wird der erste Weinbauer und besäuft sich. Nackt schläft er in seinem Zelt ein und sein Sohn Ham entdeckt ihn dort, lässt ihn so liegen und berichtet seinen Brüdern. Diese decken Noah daraufhin mit abgewandtem Blick zu. Also Noah von Hams Verhalten erfährt, verflucht er dessen Nachkommen, die Kanaaniter: „Verflucht sei Kanaan! / Der niedrigste Sklave wird er seinen Brüdern sein!“(Ge 9:25). Huch nein wie praktisch, dass so etwas der Bibel steht, wo Kanaan doch zu Israels größten Feinden gehörte. Da konnten sie diese ja ruhigen Gewissens versklaven. Aber Moses hat das ganze auf Gottes Befehl aufgeschrieben, natürlich, nicht israelische Priester um die Versklavung zu rechtfertigen. Und sowas gibt im 1. Buch Mose öfters. Die Ismaeliten stammen von einem wilden unehelichen Sohn Abrahams ab und die Ammoniter und Moabiter enstehen aus einer Inzestbeziehung zwischen Lot und seinen Töchtern. Man könnte es Propaganda nennen, aber es ist ja die heilige Schrift…

Zum Schluss möchte ich noch über die Vernichtung von Sodom und Gomorra und damit auch dem ersten Auftauchen der Homosexualität in der Bibel schreiben, die auf Grund dieser Geschichte einmal Sodomie genannt werden sollte.
Abraham will Gott beweisen, dass es auch gute Menschen in Sodom gibt und reist deswegen mit den Gesandten Gottes dorthin und übernachtet bei Lot. Nachts kommen die Bewohner Sodoms zu ihm und „Sie schrien nach Lot und riefen: „Wo sind die Männer, die heute Abend zu dir gekommen sind? Los, gib sie heraus! Wir wollen es ihnen besorgen!“(Ge 19:5). Andere Bibelübersetzungen schreiben „Wir wollen sie erkennen“, was jedoch in der Bibel eine Umschreibung für Sex ist. Der Bezug auf Homosexualität wird noch deutlicher, denn Lot bietet ihnen daraufhin seine Töchter an. Ja richtig, Gastfreundschaft ist ihm so wichtig, dass er lieber seine Töchter vergewaltigen lässt als seine Gäste. Die Sodomiten schlagen dieses Angebot jedoch aus und zahlen wenig später die Rechnung: Gott zerstört die Städte Sodom und Gomorra.

Diese Stelle ist nicht ganz eindeutig. Die Sünde der Sodomiten müssen nicht die homosexuellen Gelüste sein. Gäste zu vergewaltigen ist ja im Allgemeinen nicht unbedingt vorbildliches Verhalten. Doch auch spätere Bibelstellen sprechen sich gegen Homosexualität aus. Kein Wunder also, dass die wenigen, die sich auch heute noch offen gegen Schwule aussprechen, Christen sind.

Das erste Buch Mose zeigt also schon die vielen hässlichen Seiten der Bibel und es wird nicht besser. Denn bald wird Gott Moses seine Gesetze verkünden und die haben es in sich. Seid also wieder dabei, wenn das zweite Buch Mose hier kommentiert wird ;-)

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