1. Buch Mose (Teil 1)

Aus verschiedentlichen Gründen bin ich gerade dabei die Bibel zu lesen. Beim Christentum handelt es sich immerhin um eine er größten Weltreligionen und es hat auch heute noch Einfluss auf die Ethik dieser Gesellschaft. Es gibt ja heute immer noch Christen, die die Bibel als totale von Gott den Menschen gegebene Wahrheiten verstehen. Was für gefährliche Aussagen damit besonders aus dem alten Testament als richtig dargestellt werden, ist vielen gar nicht bewusst. Ich werde hier also ein paar Gedanken, die mir so bei der Bibellektüre gekommen sind, niederschreiben. Beginnen wir mit dem 1. Buch Mose, denn sehr viel weiter bin ich nicht nicht gekommen. ;-) Zitate sind aus der „Neuen evangelistischen Übersetzung“, da diese sinntreu aber dennoch einfach verständlich ist.

Wann und durch wen das Pentateuch, die 5 Bücher Mose, wirklich entstanden ist, ist unklar. Die Geschichten sollen nach Meinung vieler Forscher bis nach 1500 v. Chr. zurückreichen und etwa im 5. Jahrhundert vor Christus von israelitischen Priestern aufgezeichnet worden sein. Vieles deutet darauf hin, dass die Texte den Hebräern Mut machen sollten, die durch ihre Zeit im babylonischen Exil die Hoffnung verloren hatten.

Los geht es mit der Schöpfungsgeschichte. Diese widerspricht schon ziemlich der Wissenschaft. Bei der Erschaffung des Universums kann man sich ja noch einen Weg drum rum interpretieren, aber spätestens wenn dann in 2:7 der Mensch aus „lose[r] Erde vom Ackerboden“ gemacht wird, verlässt das Ganze schon den Boden der Realität. Glaube hin oder her, aber wie man es wirklich für logischer halten kann von Ackerboden abzustammen als von einem Uraffen will mir irgendwie nicht in den Kopf.

Gott schuf also die Menschen und „Er schuf sie als Mann und Frau.“(Ge 1: 27). Mann und Frau. Nix anderes. Da muss man sich auch nicht wundern, dass Intersexuelle für Ewigkeiten verfolgt oder später umoperiert wurden, wenn unser Wertemodell auf dieser Religion beruht, wie die CDU ja gerne behauptet.

Und schon sind wir im Paradies wo viele wunderbare Sachen geschehen. Der Autor dieser Passage hatte offensichtlich doch große Probleme, sich von seinen irdischen Gelüsten zu lösen. Warum sonst sollte er erwähnen, dass ein Arm des Flusses der den Garten Eden durchfließt, ein Land umfließt „wo das Gold vorkommt, — das Gold dieses Landes ist besonders rein — das Bedolach-Harz und der Schoham-Stein.“ (Ge 2: 11-12). Für die weder Tauschgeschäfte betreibenden noch Schmuck tragenden Adam und Eva dürfte das wohl kaum von Interesse gewesen sein.

Die Schlange redet den beiden ein vom Baum der Erkenntnis zu essen und sie tun es. Dafür werden sie alle drei bestraft und die Bestrafung für die Frau ist sehr interessant. Nicht nur soll sie schmerzhafte Geburten erleiden müssen, die Autoren haben diese Chance auch gleich genutzt, die Unterdrückung der Frau zu rechtfertigen, was ja anscheinend bis ins 20. Jahrhundert, gerade das Jahrhundert in dem die Religion in Europa langsam an Bedeutung verlor, wunderbar funktioniert hat. Die Frau solle zwar versuchen, über ihren Mann zu verfügen, „doch er wird über dich herrschen.“(Ge 3: 16). Strafe Gottes, da haben Sie es meine Damen! Allerdings sollte die Strafe für den Mann sein, ein Leben lang auf dem Acker schuften zu müssen. Wie es Leute also mit ihrem Glauben vereinbaren können einen anderen Beruf als den des Bauern zu ergreifen, weiß ich nicht. Vielleicht weil es nicht so praktisch ist wie eine Ehefrau am Herd.

Über Rassismus, Inzest, Homosexualität und andere schöne Themen des 1. Buch Mose lesen Sie in der nächstens Ausgabe!